Helmut Reinberger, der letzte "Spitzbube" ist gestorben.

 

Mein Freund Helmut Reinberger, der letzte „Spitzbube“ ist nicht mehr. Im Facebook hat einer geschrieben, das wird einer der sonnigsten Winter aller Zeiten. Denn jetzt haben die im Himmel mehr zu lachen, als je zuvor und da kann der Herrgott nicht anders, als Sonnenstrahlen auf die Erde zu senden. Der Wiener hat viele Ausdrücke und Metaphern fürs Sterben:

Bei „den Löffel abgeben“ sind sich die Experten keineswegs einig, ob die Redewendung aus dem Mittelalter kommt, oder später entstanden ist. Oft hat der Bauer seinen Handwerkern einen Löffel geliehen, den sie beim Weiterziehen abgeben mussten. Oder, wenn ein Knecht starb, bekam der Löffel einen neuen Besitzer, damit der aus der Schüssel, die zumeist in der Mitte des Tisches stand, sein Essen „löffeln“ konnte.

Der Voyeur ist „weg vom Fenster“, der Gemüsegärtner sieht sich die Radieschen von unten an, der Priester hat „das Zeitliche gesegnet“ und steht jetzt seinem Schöpfer gegenüber. Jeder hat, je nach Beruf und Umfeld, seine höchst persönliche Art vom Diesseits (über den Jordan) ins Jenseits zu wechseln.

Trauer und Hysterie (Lachanfall) liegen so nahe beieinander. Sei es wegen der Ansprachen oder dem ganzen „Drumherum“. Mein Freund Ernst Hagen (Seniorenklub) hat mir erzählt, dass ihm die Witwe, die er am Arm führte, an der offenen Grube zuflüsterte: „Ernstl …“ Hagen mitfühlend: „Ja, Minnerl?“ „Jetzt hab ich statt dem Sand … die Wohnungsschlüssel nachgeworfen!“

Ein Kollege wollte einer Frau, die er verehrte, Rosen schenken und betrat, gegenüber vom Hietzinger Friedhof, eine Blumenhandlung. „Bitte ein Dutzend Rosen!“ Prompt kam die Gegenfrage: „Zum Nachwerfen?“

Mein „Schattenmann“ Dieter hat mir erzählt, er hätte eine Tafel an der Mauer des Zentralfriedhofes gesehen: „Parken nur für Anrainer!“. Wenn es nicht wahr ist, dann ist es sehr gut erfunden.

Na, liegen traurige Dinge und Lachreize wirklich so weit auseinander?